Römisch katholische Kirche

Im Jahre 1807 wurde der Bau der Kirche begonnen und 1809 vollendet. Kurz vor der Kirchenweihe verstarb der Gründer der Gemeinde Lazarfeld am 20. Juni 1809 Johann Lazar. Die feierliche Weihe erhielt die Kirche durch den Pfarrer und Dechant Adam Magditsch aus Großbetschkerek am 12. November 1809.

Zum Kirchenpatron wurde der Namenspatron des Grundherrn und Erbauer der Kirche August Lazar, der heilige Augustinus gewählt. Er war Bischof von Hypo und Kirchenlehrer. In der Regel war es so eingeführt, daß die Grund- und Patronatsherrschaft die Kirche erbauen ließ, doch die Bewohner des Ortes mussten die dazu notwendigen Hand- und Spanndienste leisten.

Die Bewohner der Gemeinde Lazarfeld hatten nun wohl ihre eigene, schöne Kirche, doch fehlte ihr die innere Einrichtung, für welche die Gemeinde zu sorgen hatte. Die Gemeinde war in dieser Zeit noch arm und konnte sich keine größeren Auslagen leisten. Um die notwendigen Einrichtungen für das durch die Patronatsherrschaft erbaute Gotteshaus anschaffen zu können, entlehnte sie als Korporation ( Körperschaft) die vorher angeführten Kreuzstiftungen und stellte der Kirche Obligation wie folgt wörtlich aus: Obligation

"Wir Unterfertigte als Vorsteher machen hiermit bekannt in Namen, und auf Einwilligung der Ganzen Gemeinde, daß wir das Stiftungsgeld zur Erhaltung der auf unseren Teren errichteten Kreuze, und zwar von Adalbertus Potje 30 Rh. H. von Peter Forwith dem älteren 30 Rh. H. von Adrian Marschall 30 Rh. H. und von Georg Morel 28 Rh. H. in Summa 118 Rh. H. übernommen haben um dieses Geld zur Einrichtung der neu aufbauten Kirche zu verwenden und an der statt des Interessen obligirt sich die Lazarfelder Gemeinde die oben genannten Kreuze, immer, und ewig zu reparieren und zu erhalten. Sig. Lazarfeld den 3. Dezember 1809. ( L.S.) Adalbert Pottie, Ortsrichter, Heinrich Dell, Geschworenen. Johann Heck, Geschworener. + Johann Steinmetz, + Joseph Welter Adam Wagner, + Lorentz Wolf, + Frantz Schira, + Gregor Mie, + Heinrich Ney, + Conrath Gemel. Ezen összeget Lazarfölje közseg az 1897. evi November ho 3- an minden hiany nelkül visszafizette es a keresztek tovabi fentartasa alol felmentetett. Lazarföldje, 1897. evi nov. ho 3 - an. ( L.S.) Olajos Jozsef, Plebanos.

Deutsch: Diesen Betrag hat die Gemeinde Lazarföldje am 3. November 1897 voll zurückbezahlt und somit von der weiteren Erhaltung der Kreuze entbunden. Die Gemeinde hatte demnach volle 88 Jahre hindurch für die Erhaltung der Kreuze gesorgt und laut Bestätigung des Pfarrers Josef Olajosch das seinerzeit entlehnte Stiftungskapital zurückgezahlt, somit auch sich der von ihren Vorfahren ihr auferlegten Verpflichtung entledigt.

Im Jahre 1817 spendeten Simon Franges (nachmals Zoldy de Zold) und Peter Vorwith der ältere der Kirche für 200 fl. W.W. eine Altarlampe, welche bis zum Jahre 1893 im Gebrauch war. Im gleichen Jahre spendete das Ehepaar Franz und Anna Klötzl 100 fl. Ö.W. zum Ankauf einer neuen Altarlampe, die bis zur Vertreibung erhalten blieb. Im Jahre 1821 zählte unsere Gemeinde 1332 Einwohner.


Die erste Kirchenorgel kaufte die Gemeinde im Jahre 1815 am 9. Oktober um 1150 fl. W.W. Zum Kaufpreis spendete die Grundherrschaft 500 fl. Es war eine gebrauchte Wäld'sche Orgel und wurde von der Gemeinde Marienfeld gekauft, von Lazarfeld kam sie 1883 nach Neusin, Orgelbauer Wälder war damals sehr bekannt, daher trifft man im Banat viele Wäld'sche Orgeln.

Der bis zum Jahre 1884 im Gebrauch gewesene Baldachin (Himmel) wurde im Mai 1815 angeschafft. Zur Anschaffung des Baldachins spendeten: Josef Kräuter 50 fl., Andreas Jakschitz 10 fl., Heinrich Kappel 5 fl., Peter Vorwith der ältere 20 fl. und Simon Franges (der spätere Zoldy de Zold) Sfl. zusammen 90 fl. Die Kirchenkasse gab noch 53 fl. dazu, somit kostete der Baldachin 143 Gulden W.W. Zur Anschaffung des neuen Baldachins spendeten: Josef Massong HNr.95, dessen Bruder Peter Massong, Johann Welter und Franz Welsch je 40 fl. Ö.W. Ihre Namen waren in den vier Trägerstangen vermerkt. Die Stifter und später ihre Nachfolger trugen bei Prozessionen den Baldachin, er zierte unsere Kirche im Presbyterium bis zur Vertreibung.

Die erste kleine Glocke kaufte die Gemeinde im Jahre 1804, sie wurde in Großbetschkerek auf den Namen des heiligen Florian geweiht.

Am 4. Juni 1817 fand in Lazarfeld die erste Firmung statt. Bei dieser Gelegenheit weihte der Bischof Ladislaus Kößeghy de Remete die damals angeschafften zwei größeren Glocken feierlich ein. Die größere, fünf Zentner schwere Glocke wurde der seligsten Jungfrau und Muttergottes Maria, die kleinere, drei Zentner wiegende Glocke aber dem heiligen Augustinus zu Ehren geweiht. Diese beiden Glocken zersprangen gegen Ende des Jahres 1888 und wurden dann durch den Glockengießer Anton Novotny in Temeschwar für den Betrag von 500 fl. umgegossen. Unter Beibehaltung derselben Namen wurden die Glocken in Temeschwar geweiht und wieder ihrer Bestimmung übergeben. Das nötige Geld entlehnte sich die Gemeinde aus der Kirchengeldstiftungskasse und zahlte den Betrag später nach und nach aus der Kultuskasse wieder zurück.

Pfarrer Adam Schwerthöfer kam im Jahre 1842 von Lazarfeld nach Glogowatz und seine Stelle erhielt Pfarrer Karl Christ. Wegen des schadhaften Turmdaches musste der Kirchturm in diesem Jahre abgetragen und ausgebessert werden. Der frühere schlanke, spitzige Turm erhielt jetzt eine kuppelförmige Gestalt, die bis zum Einmarsch der Russen im Oktober 1944 erhalten blieb.

Im Jahre 1849 ließ die Gemeinde das Sanktuarium recht geschmackvoll ausmalen, diese Malerei zierte die Kirche bis zum Sakristeibrand 1891

Im Jahre 1883, am Kirchweihsonntag, wurde die neue, durch Josef Hromadka und Sohn aus Temeschwar angefertigte Orgel in unserer Kirche feierlich eingeweiht. Die Anschaffung der Orgel hat eine kleine Vorgeschichte. Wegen seines guten Rufes luden die Tschestereger unseren Gesangsverein zur Einweihungsfeier ihrer Kirche am 16. Mai 1882 ein. Bei dieser Gelegenheit führte der Chor unter Leitung seines Chormeisters Michael Eisler dessen "Baßsolo - Messe" auf. Der schöne und präzise Gesang gefiel der Grundfrau Gräfin Leona von Tschekonitsch derart, daß sie dem Chormeister einige Tage nachher 50 Gulden Ehrenhonora, übersenden ließ. Bischof Josef Nemeth dankte ebenfalls für den schönen Gesang und als er erfuhr, daß Schuldirektor Eislers Wunsch eine neue Orgel wäre, versprach er eine diesbezügliche Unterstützung bei unserem Bischof Bonnaz zu befürworten. Die erhaltenen 50 Gulden bestimmte Eisler zur Anschaffung einer neuen Orgel. Weiter bat Eisler den damaligen Landtagsabgeordneten Grafen Guido von Karatschonyi, wie auch die eigene Grundherrschaft um Unterstützung und erhielt von beiden zur Anschaffung der neuen Orgel je 50 Gulden. Zu diesem Zwecke sammelte Lehrer Wenzel Marschall bei den Gemeindebewohnern 400 Gulden. Eisler sammelte wiederum bei Kaufleuten in Großbetschkerek über 150 Gulden. Das Bittgesuch an Bischof Bonnaz für Zuschuss zum Orgelbau blieb ohne Erfolg. Die Ursache dürfte wahrscheinlich die Schulbaugeschichte vom Jahre 1869 gewesen sein. (Siehe Schulwesen) Auf diese Weise kamen 700 Gulden zusammen und die zur Anschaffung der neuen Orgel noch fehlenden 300 Gulden übernahm die Gemeinde.

Am 4. November 1891 entstand nach einem Requiem in der Sakristei Feuer, welches man erst nachmittags entdeckte. Das Feuer erfasste ein mit Ministranten- und Messgewändern gefüllten Schrank und vernichtete die Kanzeltreppe. Die durch den Ortspfarrer Josef Olajosch eingeleitete Sammlung, dann eine Unterstützung des Bischofs Alex. von Dessewffy, sowie der Beitrag der Versicherungsgesellschaft ermöglichten die Renovierung und die Ausmalung der Kirche. Bei dieser Gelegenheit ließ Schuldirektor Michael Eisler durch seine Spende von 100 fl. den Hochaltar vergolden. Bei der Aufstellung der neuen Orgel haben die Wagner-Meister Josef Schneider und Johann Kipper den Chor unentgeltlich verändert und erweitert und jetzt wiederum vergrößert. Im Jahre 1854 durch den "Marienverein" gekaufte Marienstatue fand auf dem jetzt neu erbauten Marienaltar ihren Platz. Der Altarverein in Budapest aber spendete der hiesigen Kirche sehr schöne Ministranten- und andere Kirchenkleider.


Am 28. August 1900 bewilligte die Gemeindevertretung aus der Kulturskassa zu dem bereits vorhandenen Betrag von 139 Kronen, welche als Opfergeld gelegentlich der durch Se. Hochwürden Herrn Pfarrer Josef Olajos allhier abgehaltenen ,Erntefeste" eingeflossen sind und zur Anschaffung eines "Centenariumsgeschenkes" für die Kirche bestimmt wurden noch 60 Kronen zur Anschaffung einer neuen "Monstranz" für die Kirche mit der Widmung: "Lazarföldje 100 eves fennallasariak emlekeül - a hitkozseg". Zum Andenken des 100 jährigen Bestandes der Gemeinde Lazarföldje die Kultusgemeinde.

Im zweiten Jahr des ersten Weltkrieges (1915) musste die Gemeinde die zwei großen Glocken für die Kriegsindustrie abliefern. Im Kirchturm blieb bloß die kleine Glocke. Erst nach acht Jahren konnte man wieder neue Glocken anschaffen. In der Gemeindekasse fehlte aber dafür das nötige Bargeld, daher streckte Herr Johann Brem zinsfrei der Gemeinde für den Glockenkauf 50000 Kronen vor. Die Gemeinde kaufte in Modosch zwei neue Glocken. Die dritte, große Glocke spendete allein Herr Michael Bohn im Jahre 1928. Der alte hölzerne Glockenstuhl wurde durch ein Eisengerüst ersetzt. Das Glockengeläut war im A-Akkord abgestimmt. Das festliche Geläute der vier Glocken war weit über unser Dorf zu hören und rief bis zur Vertreibung an Sonn- und Feiertagen die Gläubigen zum Gottes-Dienste.

Das Innere der katholischen Kirche erhielt im Jahr 1938 ein neues Gesicht. Der Kirchenmaler Anton Kröll, der bereits die Etschkaer und die Kleker Kirche ausgemalt hatte, bot seine ganze Kunst auf, um Wände und Decke in farbenfrohen Heiligengemälden erstrahlen zu lassen. Die Renovierungskosten beliefen sich auf 78 000 Dinar. 38 000 Dinare spendeten die Einwohnerschaft von Lazarfeld, die Restsumme beglich man durch die Kirchensteuer.

 

Siehe auch unter [http://www.lazarfeld.de/bildergalerie/kirche-roemisch-katholisch/]