Volks- und Landwirtschaft

Die Landwirtschaft stellte den Haupterwerbszweig der Bewohner unserer Heimatgemeinde dar. Sie wurde von unseren Lazarfelder mit besonderem Fleiß betrieben.

Mit einfachen Ackergeräten bestellten unsere Ahnen zur Zeit der Ansiedlung ihre Felder, nämlich mit dem von vier Pferden gezogenen Holzpflug und der Holzegge. Damals schnitt man das Getreide weniger mit der Sense, denn mit der Sichel. So beanspruchte der Weizenschnitt einen Zeitraum vor vier Wochen. Später trat die Sense ihren Siegeszug auf den Gehöften an. Jetzt mähten unsere Schnitter die Weizenfelder in drei Wochen nieder. Die Ernteerträge betrugen das Fünf- bis Sechsfache der Aussaat, Es mangelte jedoch an Verkehrsmitteln und Verkaufplätzen, so dass der Überschuss an Feldfrüchten selbst für Tiefstpreise nicht an den Mann gebracht werden konnte. Als einzige Hauptverkaufsstelle für Weizen bot sich für unsere Umgebung die 60 km entfernte Gemeinde Neu - Betsche an der Theiß an. Die dort ansässigen Händler zahlten für den Metzen Weizen (40 l) nur zwei Gulden W.W. Langanhaltende Regenfälle verwandelten die Straßen dorthin oft in unbefahrbares Gelände. Somit konnte der Bauer seine Ernte nicht verwerten. Mais baute man nur für den Eigenbedarf. Damit mästete man eine große Anzahl von Schweinen, die eine willkommene Abwechslung im Speisezettel unserer Bauern brachten. Der Preis der Felder entsprach dem geringen Einkommen der Ortsbewohner. Noch im Jahre 1822 kostete in Lazarfeld ein Haus mit einer ganzen Session 3200 fl. Haus- und Grundbesitz gingen in der Regel vom Vater auf den erstgeborenen Sohn über. Dieser war verpflichtet, seinen Eltern einen entsprechenden "Vor- oder Ausbehalt" zuzubilligen, Der "Vorbehalt" ließ zwei Möglichkeiten offen: Entweder wählten die Eltern die freie Bearbeitung gewisser Jochzahlen oder sie forderten von ihrem Sohn eine Abgabe, die eine bestimmte Menge Weizen, Sommerfrucht, nebst freiem Sitz usw., umfasste. Letztere Art des "Vorbehaltes" brachte den jungen Hoferben oft in Schwierigkeiten, wenn sich Missernten einstellten. Die freie Bearbeitung des Feldes drückte ihn weniger, leistete er in diesem Falle doch nur die Arbeit.

Den Lazarfelder alten Leuten brachte das Jahr 1855 eine bittere Zeit der Entbehrung. Wie schon erwähnt, lief der Pachtvertrag mit der Grundherrschaft in diesem Jahr aus. Er wurde nicht mehr erneuert. Durch die entzogenen Pachtfelder sahen sich die Hoferben außerstande, ihren Eltern den ausbedungenen "Vorbehalt" zu gewähren. Die Alten waren ihren Kindern auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert. Später. als die Lazarfelder eigenes Feld besaßen. verteilten sie einen Großteil ihres Besitzes an die Kinder, einige Joch jedoch behielten sie für sich. Diese ließen sie entweder durch die Kinder oder auch durch Fremde bearbeiten.

In den ersten Jahren der Siedlerzeit zählte Lazarfeld außer drei Rossmühlen mit fünf Gängen nur einige noch ziemlich primitive Handwerksbetriebe. Mit den Ansiedlern waren bloß Wagner und Schmiede gekommen. Und nicht einmal diese fanden genügend Arbeit, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Nach Fleischern, Färbern, Hutmachern usw. hielt man damals vergeblich Ausschau. Diese Berufszweige suchten vierzehntägig oder monatlich einmal unsere Gemeinde auf. Durch das Weitersagen verständigte ein Nachbar den anderen von der Ankunft der Handwerker.

Die Revolution 1848/49 zeitigte eine gewaltige Umwälzung auf dem Gebiete der Landwirtschaft, des Handels, des Gewerbes und des Verkehrs. Anstelle des Holzpfluges trat in dieser Zeit der Eisenpflug mit Stahlwendbrett, der von zwei Pferden gezogen wurde, seinen Siegeszug an. Nun säuberte man das Getreide in den kleinen Getreidewindmühlen. All die Jahre zuvor hatte der Bauer den Weizen mit der Wurfschaufel geworfen und dadurch gereinigt, wenn der Wind günstig war. Wie oft musste er auf diesen günstigen Wind warten! Erst jetzt führte man den Stalldünger auf die Felder und konnte so die Ernteerträge steigern. Die Erkenntnisse der Fruchtfolge und die Bebauung der Brache setzten den Landmann in die Lage, mehr zu produzieren. Leider konnten die Lazarfelder diese bessere Zeit nur wenige Jahre genießen. Nach Auslaufen des Pachtvertrages 1855 hatten Lazarfeld und alle Kontraktualgemeinden den schwierigsten Kampf ums Dasein zu bestehen. Erst durch den Kauf der Ablösfelder 1879 dämmerte für unsere Gemeinde eine bessere Zeit herauf.

Die Jahre 1880 bis 1890 brachten die Inbetriebnahme der Hackpflüge, der Sämaschinen und der Zweischarpflüge. Geräte aus Eisen ersetzten die Holzegge und den Reisigschlepper. Um 1900 ernteten die Lazarfelder im Durchschnitt an Weizen das Neun- bis Zehnfache, in schlechteren Jahren das Fünf- bis Sechsfache der Aussaat (Aussaat 100 kg Weizen pro Joch). Das Katastraljoch ergab in weniger fruchtbaren Jahren 10 - 12 dz, in guten Jahren 16 - 18 dz Mais. Die Güte unseres Lazarfelder Bodens - die Humusschicht wies eine Stärke von 80 - 100 cm auf - bot sich daher vorzüglich für den Maisbau an. Ab 1890 stiegen die Getreidepreise. Um die Jahrhundertwende zahlte man für 1 dz Weizen 15 - 20 Kronen und für 1 dz Mais 10 - 15 Kronen. 1890 ließ sich erstmals ein Lazarfelder auf einem Fahrrad bewundern. Er thronte auf einem 120 cm hohen Vorderrad und einem 50 cm großen Hinterrad. Um 1905 fauchte das erste Auto durch die Straßen unserer Heimatgemeinde. Wie ein Weltwunder bestaunten unsere Dorfkinder das ratternde Ungetüm.

Vor der Einführung der Dampfdreschmaschine 1895 wurde der Weizen mit Pferden getreten. Die ersten Lokomobile zogen Pferde. Im Jahre 1913 baute man sie auf Selbstwanderer um.

In dieser Zeit erleichterte der Strohelevator die Druscharbeit. Vor der Vertreibung schätzten sich einige Lazarfelder glücklich, Dreschmaschinen ihr eigen zu nennen: Kubrikow Andreas (2), Pfendt Nikolaus (2), Birong Josef (1), Dempich Josef (1 mit Traktor), Koch Jakob (1), Pfendt Johann (1), Schneider Johann (1), außerdem arbeiteten im Gemeindebereich zwei Gesellschaftsmaschinen. Fassen wir zusammen: Die gesamte Druscharbeit Lazarfelds wurde von elf Dreschmaschinen bewältigt. Eine dieser Maschinen konnte täglich zwei Waggons (200 dz) Weizen dreschen. Im Durchschnitt beanspruchte die Druscharbeit einen Zeitraum von 25 Tagen, dabei vollbrachten die elf Dreschmaschinen eine Leistung von 550 Waggons, das sind 55.000 dz Weizen.

Die Gesellschaftsmaschinen Dreschen nur bei den Gesellschaftern; sie waren deshalb steuerfrei. Die Teilhaber hatten lediglich nach Abschluss des Dreschens einen nach ihrer gedroschenen Getreidemenge errechneten Betrag zur Deckung der Reparatur-, Instandhaltungs- und Schmiermittelkosten zu entrichten.

Gleich unmittelbar nach Abschluss der Drescharbeiten erhielten die Drescher ihren Lohn, der sich auf 4% der gedroschenen Menge belief. Der Heizer und der Maschinenwärter erhielten noch 1 % Lohn dazu. Bei den Lohndreschmaschinen verlangte der Eigentümer 8 %; 4 % führte er an die Arbeiter ab, der Rest verblieb ihm als Verdienst. Vier Frauen und 15 Männer standen täglich 15 Stunden an einer Dreschmaschine. In den 25 Tagen harter Druscharbeit konnte es ein Arbeiter immerhin auf 12 - 14 dz Weizen bringen.

Eine große Arbeitserleichterung und Zeitersparnis brachte die Einführung der Mähmaschine mit sich. Schon im Jahre 1908 benützten die Lazarfelder die von vier Pferden gezogenen Selbstbinder. Nun dauerte die Weizenernte nur mehr eine Woche. Der Maschinenpark des Ortes Lazarfeld umfasste 260 Mähmaschinen und 120 Sämaschinen.

Die Einführung des Kunstdüngers nach 1900 schraubte die Ernteerträge um ein Beträchtliches höher. Nach dem 1.Weltkrieg stieg der Weizenertrag auf das Vierzehn - bis Sechzehnfache der Aussaat (14 - 16 dz pro Joch) an. Ein Katastraljoch lieferte 20- 22 dz Mais. Der Weizenpreis schwankte in Jugoslawien zwischen 80 bis 400 Dinar', der Maispreis zwischen 40 - 300 Dinar je dz. Die höchsten Preise zahlte man 1924, die niedrigsten 1933, wobei natürlich die abnormalen Preissteigerungen in den Kriegsjahren 1941 - 1944 unberücksichtigt blieben. Zuckerrüben, Sonnenblumen und Sojabohnen stellten eine gute Einnahmequelle dar. Gerste, Roggen, Hafer, Kartoffeln, Futterrüben, Hanf, Flachs, Hirse, Erbsen, Bohnen usw. wurden nur für den Eigenbedarf angebaut. Das Viehfutter bestand aus Klee (Luzerne), Mohar und Spreu. Tabak pflanzte man in früheren Zeiten mit Erfolg. Infolge Lizenzschwierigkeiten verzichtete man aber auf den Anbau dieser recht einträglichen Pflanze. Der Weinstock gedieh vorzüglich und der Wein mundete ausgezeichnet. Bei der Übernahme der Ablösfelder 1880 erhielt jeder Lazarfelder 1/4 Joch, das er mit Weinreben bepflanzte. Leider vernichtete um die Jahrhundertwende die Philloxera die jungen Rebstöcke. Bis zur Vertreibung zählte man in Lazarfeld nur noch einige Weingärten.

Neben dem Ackerbau bildete die Viehzucht einen äußerst wichtigen Wirtschaftszweig unserer Bauern. Lieblingstier und Arbeitskamerad war das Pferd. Weil unsere Bauern ihre Felder mit Pferdekraft bearbeiteten, wandte man der Pferdezucht größte Sorgfalt zu. So konnte sich unsere Gemeinde in jeder Hinsicht einer gehobenen Pferdezucht rühmen. Schon 1873 nannte Lazarfeld eine Beschälstation ihr Eigen, in der die edelsten und besten Hengste aus dem Mezöhegyescher und Werschetzer Staatsgestüt standen. Der Einfluss des Fürsten Egon von Thurn und Taxis, der sich als guter Pferdekenner zeigte, bewirkte, dass Lazarfeld bei der Verteilung der Vatertiere an erster Stelle rangierte. Pferdeprämierungen verschafften unserer Gemeinde stets erste Plätze. Für manchen Bauern bedeutete die Pferdezucht eine gute Einnahmequelle. In den Ställen unserer Bauern stampften etwa 1200 Nonius - und Gidronpferde.

Auch die Rinderzucht gestaltete sich zu einer wichtigen Einnahmequelle für unsere Bauern. Milch, Rahm, Butter und Käse fanden in der nahen Stadt Großbetschkerek reichlichen Absatz. Fast jede Familie hielt eine Kuh, die meisten auch zwei, drei oder mehr Kühe. Ein Teil der erzeugten Milch wurde auch für die Aufzucht der Jungschweine benötigt. Zunächst standen in den Ställen und weideten draußen auf der Hutweide Rinderrassen ungarischer Abstammung. Später bevorzugte man das Simmentaler und Schweizer Fleckvieh. Stolz erfüllte die Lazarfelder, wenn sie Fremden ihre etwa 1000 Stück zählende Hornviehherde vorführten.

Nachdem man 1930 die Schweinezuchtgenossenschaft ins Leben gerufen hatte, erfuhr die Schweinehaltung einen kräftigen Aufschwung. Mitte der zwanziger Jahre ersetzte man das bodenständige ungarische Mangolizza - Schwein, das als ausgesprochenes Fettschwein galt, durch das Fleischschwein der Rasse York - Berkshire. Die Schweinzuchtgenossenschaft importierte das deutsche veredelte Landschwein als Zuchttier. Fast alle Bäuerinnen unserer Gemeinde mästeten neben dem Eigenbedarf das ganze Jahr hindurch Schweine zum Verkauf. Jährlich verlud unsere Schweinezuchtgenossenschaft 12 Waggons Fleischschweine, die für den Inland- und Exportbedarf gedacht waren.

Geflügel züchtete man nicht nur für den Eigenbedarf, sondern beschickte damit auch den Markt in Großbetschkerek. Nachdem die Geflügel- und Eierverwertungsgenossenschaft gegründet worden war, verbesserte sich der Absatz zusehends.

Der Bienenzucht widmeten sich nur wenige Lazarfelder, ackerte man doch die Stoppelfelder, auf denen die Bienen ihre Haupttracht fanden, nach der Ernte gleich wieder um. Erst nach dem Anbau von Sonnenblumen und Raps erwies sich die Imkerei wieder als lukrativer.

Die Seidenraupenzucht, im Banat von Graf Mercy eingeführt und wärmstens gefördert, verhalf vielen Menschen zu einem nicht unwesentlichen Verdienst. In früheren Zeiten hatte die Behörde es sogar zur Pflicht gemacht, Straßenränder und öffentliche Plätze mit Maulbeerbäumen zu bepflanzen. In der Folgezeit ging die Seidenraupenzucht allmählich zurück. Erst gegen Ende des 19.Jahrhunderts lebte sie wieder auf. Nach dem 1.Weltkrieg schlief sie gänzlich ein.

Lazarfeld zählte keine Familie, die in Miete wohnte. Oft lebten Großeltern, Eltern und Kinder unter einem Dach zusammen. Der 9000 Joch Feldbesitz der 630 Familien verteilte sich wie folgt: Haus ohne Feld (148 Familien), l - 10 Joch (269 Familien), 11 - 30 Joch(145 Familien),31 - 60 Joch(46 Familien),61 - 100 Joch (16 Familien), 101 - 300 Joch (6 Familien).

134 Personen beschäftigten sich in Lazarfeld mit Handel und Gewerbe. So gab es hier: 10 Rasierer, 11 Schneider, 6 Wagner, 1 Sattler, 8 Kaufleute, 6 Tischler, 4 Schmiede, 4 Elektriker, 30 Musikanten, 4 Schuhmacher, 4 Metzger, 1 Bäcker, 2 Kleinrichter (Gemeindediener), 7 Maurer, 1 Kirchendiener, 4 Gastwirte, 9 Zimmerleute, 1 Briefträger, 1 Maler, 1 Schlosser, 2 Spengler, 1 Sodawassererzeuger, 1 Seiler, 5 Maschinisten, 2 Eierhändler und 1 Hebamme. Selbstverständlich besaßen manche von ihnen auch Felder, die sie neben ihrem Beruf bewirtschafteten.

Nun kurz noch eine Beschreibung unseres Dorfes, der Straßen und Häuser. Lazarfeld war auf dem Reißbrett entworfen worden. Die schnurgeraden, breiten Straßen, beiderseits von Bäumen begrenzt, führten entweder auf die Hutweide und von dort auf die Felder oder auf die Verbindungsstraßen zu den anderen Nachbargemeinden. Als beliebtester Spielplatz der Kinder erwies sich die "Gasse". Trotzdem durch sie täglich Rinder-, Kälber - und Schweineherden zur Hutweide trabten, präsentierte sie sich dem Besucher stets in sauberstem Gewande.

Die aus Humuserde gestampften Ansiedlerhäuser trugen ein Dach aus Schilfrohr. Damals bestand die Hauseinrichtung aus selbst gefertigten, einfachen Bettstellen, einem Tisch, einer Truhe, einigen Holzstühlen oder geflochtenen Strohsesseln. Die Stirn oder Giebelseite der Häuser wies größtenteils auf die Gasse. Demnach schaute die Längsseite des Hauses dem Hofe zu. Um 1900 herum ersetzte man die gestampften Erdwände durch Ziegelsteine und die Rohrdächer durch Ziegeldächer. Die Giebelseite wies für gewöhnlich zwei Fenster auf, die mit Fenster- oder Rolläden verschlossen werden konnten. Reiche Leute ließen ihre Häuser in Winkelform erstellen. Wer mehr über die Wohnkultur unserer Leute erfahren wollte, musste einen Blick über den Lattenzaun oder über die Gassenmauer werfen. Trat man durch die Gassentür in den breiten Hausgang, so stellte man fest, dass es sich entlang der ganzen Längsseite des Hauses erstreckte. Wandte man sich in der Mitte des Hausganges dem Hause zu, so konnte man durch die Gangtüre in die Küche gelangen. Durchschritt man die Küche in Richtung Giebelseite, so betrat man die gute Stube. Diese "Paradestub" bildete den Stolz jeder echten Bauersfrau. Zwischen den beiden Fenstern ruhte der Schubladkasten. Heiligenbilder zierten die Wand darüber. In den beiden Fensterecken thronten die durch Tuchenden und Polster aufgetürmten Betten. Die Mitte des Zimmers nahm ein rechteckiger Tisch mit vier Stühlen ein. Ein großer Kachelofen, der von der Küche aus beheizt werden konnte, spendete im Winter behagliche Wärme. In der rechten Ecke der "Paradestub" hatte ein ausladender Kleiderschrank seinen Platz. Auf der anderen Seite der Küche schloss sich die Kammer an. Sie diente als eigentliches Wohn- und Schlafzimmer der Familie. Im Winter nahm man dort die Mahlzeiten ein. Neben der Kammer lag die "Speis". Vom Hausgang aus führte eine Treppe hinunter in den Keller und eine andere hinauf auf den Dachboden. Unmittelbar an die "Speis" breitete sich der Pferde- und Kuhstall aus. Den Abschluss des 25 - 35 m langen Bauernhauses bildete ein Hängeschuppen, der vornehmlich als Abstellraum für landwirtschaftliche Geräte diente.

Neben dem Hausgang erfreute ein besonders liebevoll gepflegter Blumengarten das Auge des Besuchers. Dem Blumengarten gegenüber, unmittelbar an der Hofgrenze erhob sich die Sommerküche. In ihr oder im Hausgang spielte sich in der heißen Jahreszeit das Leben ab. Weinrebenspaliere, Kletterpflanzen oder Obstbäume spendeten erholsamen Schatten. Hinter dem Vorhof mit Blumengarten und Sommerküche begann der Wirtschaftshof.

Auf ihm stand der Schweinestall und der "Kotarka" oder "Hambar" (Maiskolbenspeicher). Damit während der heißen Jahreszeit die Pferde einen luftigen Futterplatz besaßen, hatte so mancher Lazarfelder Bauer dem Maiskolbenspeicher noch einen Hängeschuppen angefügt. Zu jedem Bauernhof gehörte selbstverständlich auch ein großer Obst- und Gemüsegarten.

Wohngebäude, Wirtschaftsräume, Gärten und Innenhöfe spiegelten den Reichtum, die Sauberkeit und die Ordnungsliebe unserer Lazarfelder wider.