Ein Dorf in Schrecken - nach dem Tagebuch einer Krankenschwester

Auszug aus  "Ein Volk - ausgelöscht" Die Ausrottung des Donauschwabentums in Jugoslawien in den Jahren 1944 bis 1948 von Leopold Rohrbacher. Herausgegeben vom Forschungsinstitut für Fragen der Heimatlosen im Eigenverlag des Autos - Salzburg; S. 67 - 74

Es würde zu weit führen, von jedem einzelnen Ort die Ereignisse und Vorkommnisse aufzuzählen, die dem Einmarsch der russischen Truppen auf dem Fuß folgten.
Wenn wir uns im nachfolgenden auf das Tagebuch einer Krankenschwester stützen und die Ereignisse dieser Tage darstellen, wie sie sich in der schwäbischen Gemeinde Kathreinfeld abgespielt haben, dann deshalb,um aus einem wahllos herausgefriffenen Beispiel die furchtbaren Geschehnisse dazustellen, die damals Hunderttausende von schwäbischen Menschen in Bann gehalten haben.

Was im folgenden von Kathreinfeld dargestellt werden soll, hat sich in Hunderten anderer deutscher Orte Jugoslawiens fast genau so oder nur mit geringen Abweichungen abgespielt. - Kathreinfeld war früher eine rein deutsche Ortschaft, die durch den Fleiß und die fortschrittlichen Arbeitsmethoden der dortigen deutschen Landwirte zu einer der schönsten und wohlhabendsten Gemeinden des ganzen Banats geworden war. Die Krankenschwester schreibt in ihrem Tagebuch u.a. folgendes:

Am 3. Oktober in der Früh um neun Uhr verließen die deutschen Truppen unser Dorf. Uns wurde gesagt, wir sollten schnell noch flüchten und uns in Sicherheit bringen. Man fügte aber hinzu, daß die Russen schon in der Nachbargemeinde seien. Mit alten Männern  und jungen Buben wurde noch schnell eine Heimatschutzformation aufgestellt, deren Sinn und Aufgabe wir aber erst später erkannten. Sie mussten in unserer Nachbargemeide den Russen Widerstand leisten und so den Abzug decken. Viele dieser jungen Buben mussten dabei  noch ihr Leben lassen. Wir fügten uns in unser Schicksal und trösteten uns damit, niemals jemand was Leids angetan zu haben und daher auch nicht befürchten zu müssen.

In der Nachbargemeinde lebte meine Tochter mit drei kleinen Kindern. Mein Mann und ich beschlossen, dass er zur Tochter gehen und ich mit der 78jährigen Mutter daheim bleiben sollte. Wir meinten, dass es so besser sein würde, wenn mein Mann bei der Tochter ist, denn um solche Zeiten kann man nie wissen, ob sie als junge Frau nicht doch den Schutz eines Mannes bedürfen wird. Er ist dann auch weggegangen und ließ mich mit der Großmutter daheim.

Noch am Abend desselben Tages haben dann auch die Vorhuten der russischen Truppen Kathreinfeld erreicht. Sie schossen wie wild umher, obwohl die Straßen vollkommen leer waren und sich alles vor Angst in die hinteresten Winkel der Häuser versteckt hatte. Ich selbst war auf den Dachboden des Schweinestalles gekrochen. Sie schlugen gegen die Türen und Fenster und wo ihnen nicht geöffnet wurde brachen sie ein und nahmen mit, was ihnen gefiel. Schon in der ersten Nacht wurden viele Frau und Mädchen vergewaltigt Am nächsten Tag mußten Radiogeräte, Motorräder und ales Ähnliche abgeliefert werden. Für Nichtausführung dieses Befehls wurde sofortiges Erschießen angedroht.

In Gruppen gingen die Rotarmisten über die Ausführung dieses Befehls vergewissern und nahmen bei dieser Gelegenheit wieder mit, was ihnen zusagte; auch Frauen und Mädchen.

Volle fünf Tage lang hielt dieses wilde Treiben an, bis dann am sechsten Tag Banater Serben in den Ort kamen und die Befugnisse der Ordnungsmacht auf ihre Art auszuüben sich anschickten. Junge Kerle trugen Gewehre mit sich und schossen noch wilder herum als als die Russen. Nachts brachensie bald in dieses, bald in jenes Haus ein und wer sich wehrte, wurde niedergeschlagen. Wer den Bedrohten zu Hilfe eilen wollte, erlebte noch Schlimmeres. Nachts ging ich durch die Gärten in die Häuser, um Leuten erste Hilfe zu leisten, die wund oder oft auch halbtot geschlagen worden waren. Besonders schlimme Fälle meldete ich dem Arzt, der sie dann ebenso geheim wie ich behandelte, denn auch solche Hilfeleistengen waren strengstens verboten. Wenn es Nacht wurde, wußte niemand, ob er morgen noch leben werde.

Größtenteils schliefen die Leute auch nicht daheim, sondern meist in den kleineren und ärmlicher aussehenden Häusern des Ortes.  Dort hatten sich für jede Nacht oft 20 und mehr Personen versammelt, um gemeinsam die Nacht zu verbringen und nicht allein im Hause zu sein, wenn das Haus überfallen wird. So hatten sich in unserem Nachbarhaus eines Nachts auch 25 Frauen und Mädchen zum Schlaf versammelt gehabt. Plötzlich merkten die Frauen, daß eine von ihnen schwer stöhnte, als läge sie im Sterben. Sie machten Licht. Eine der Frauen hatte sich die Schlagadern durchgeschnitten und war schon fast verblutet. Sie wollte sterben, "denn wir werden doch alle niedergemacht", sagte sie. "Sie schleppen auch meine Mädchen fort. Ich will diesen Augenblick lieber nicht erleben."

Die nächtlichen Besuche der Partisanen nahmen lange kein Ende. Die Greuel, die sie an unseren Menschen verübt haben, sind schwer zu beschreiben. Sofern Worte überhaupt auszudrücken vermögen, was hier satanische Partisanengehirne an Folterungen ausgeklügelt und ausgeführt haben, so versagen und verblassen sie, wenn die Leider der Opfer berschriben werden sollen.

Nur einige der schrecklichsten Fälle sollen hier dargestellt werden:

Den Dorfrichter Josef T o p k a  riefen sie in der Nacht in den Hof. Seine Frau mußte im Bett bleiben. Eine halbe Stunde lang verbrügelten sie ihn dann im Hof und warfen ihn dann bewußtlos in das Zimmer, wo seine Frau im Bett liegen bleiben müßte. Als sie weg waren und seine Frau Licht machte, konnte er noch die Worte herausbringen, daß es "um ihn geschehen sei und er jetzt sterben müsse." Dann verschied er. Sein ganzer Körper zeigte Spuren fürchterlicher Hiebe und am Halse Würgegriffe. Man drückte ihm anscheinend die Kehle zu, damit er nicht schreien oder jammern könne. In derselben Nacht waren noch zwei Häuser Opfer solcher Besuche. In einem schlugen sie einen mann tot, im anderen warfen sie einen auf die ERde, knieten sich auf ihn drauf und schlugen solange auf ihn ein,  bis er tot liegen blieb. Dann holten sie auch die Frau, zogen sie nackt aus und schlugen sie ebenfalls mit "Ochsenzenten" und Gewehrskolben. als sie ihr den Rücken blau geschlagen hatten , drehten sie sie um und schugen sie auch von der vorderen Seite.

Unter den vielen Konzentrationslagern, die in Jugoslawien nach Einstellung der Kreigshandlungen in den verschiedensten Gegenden errichtet worden sind, war das von Kathreinfeld besonders berüchtigt. Kathreinfled war anfangs ein Ort, in den die kranken, alten uns sonst arbeitsunfähigen Deutschen und ebensolche Kriegsgefangene verbracht wurden. Mehrere Tausend Deutsche, meist aus dem Verwaltungsbezirk Betschkerek, wurden hierher gebracht. Sie wurden sehr schlecht behandelt und die arbeitsfähige Bevölkerung ständig auf Zwangsarbeit getrieben. In kurzer Zeit sind über 600 Deutsche im Lager gestorben. Viele, viele sind auch durch die Partisanen auf grausame Art ohne Grund und ohne Verfahren erschlagen oder erschossen worden oder mußten an den Folgen von Verletzungen, die sie bei den Folterungen erlitten hatten, nach schwerem Leid sterben.

Im November 1944 brachten die Partisanen 1200 alte Leute und Kinder aus Betschkerek. Die Menschcn mußten den ganzen Weg im Straßenkot zu Fuß gehen und wurden mit Peitschenhieben wie eine Viehherde getrieben. Wer erschöpft war und nicht mehr mitkam, wurde niedergeschlagen und blieb im Kot liegen.  Sie wurden in dem Schulgebäude eingesperrt und nach zwei Tagen in die Häuser einquartiert, wo sie dann bis zum 18. April von der Bevölkerung des Ortes verköstigt und verpflegt werden mußten. Es waen alles alte, gebrechliche Leute, die die schwere Arbeit der Zwangsarbeitslager nicht mehr verrichten könnten. Kathreinfeld war ein Internierungslager für Arbeitsunfähige.Dennoch aber wurden immer wieder einigermaßen Arbeitsfähige herausgesucht und in die Zwangsarbeitslager verschickt. Mütter, die hie und da noch mit ihren Kindern waren und auch manche jüngere Großmutter wurde hier von ihren Kindern gerissen und mußte die Kinder ihrem Schicksal überlassen. Die zur Arbeit Ausgewählten mußten den ganzen Winter im Feld arbeiten. Meist mußten sie den Mais brechen und das Laub schneiden. Da man ihnen alle einigermaßen noch guten Kleidungsstücke weggenommen hatte, hatten sie nur Lumpen schlechtester Art auf dem Körper. Die Füße hatten sie oft nur in Lumpen gewickelt. Abends wurden sie in ihren nassen und gefrorenen Lumpen wieder in den Ort gebracht, um in ungeheizten Räumen zur übernachten.

Auch die Kranken aus den anderen Lagern wurden nach Kathreinfeld gebracht. Der Ort war somit zu einer Art Kranken-Internierungslager geworden. Arzt jedoch gab es nur einen im Dorf, aber auch diesem war es strengstens verboten, die Kranken zu behandeln oder irgendwie zu betreuen. Wöchentlich kam ein russischer Arzt, der sich aber um die Kranken wenig kümmerte. Die aus den anderen Lagern in Kathreinfeld eingelieferten Kranken kamen meist aus Betschkerek und von dem Flugplatz in Etschka. Sie waren voller Läuse, ihre Körper vom Durchfall ausgemergelt. Viele hatten erfrorene Finger und Zehen und manchen waren die Beine erfroren. Häufig hing ihnen das Wadenfleisch nur so herunter, Anton W e n z e l aus Tschesterek hatte am ganzen Bein bis zum Gesäß nur noch einen heilen Hautfleck in der Größe einer Handfläche. Unter den Kranken befanden sich auch häufig Männer und Frauen, die nur an den Folgen von schweren Mißhandlungen litten. Nikolaus S ch ne i d e r aus Pardanj flüchtete, weil er schwer verprügelt worden war, aus dem Lager und begab sich in seinen Heimatort nach Pardanj. Er wurde dort wieder aufgegriffen und nach Kathreinfeld zurückgebracht. Sie hatten ihm Hände und Füße über den Rücken an den Hals gebunden und ließen ihn während des ganzen Weges immer wieder vom Wagen absteigen, banden ihn dann an die Deichselstange und schlugen ihn mit Stöcken. Als sie mit ihm in Kathreinfeld ankamen, war er nicht zu erkennen. Die Kopfdecke war dick angeschwollen und wie eine Blase von Blut unterlaufen, die Augen hingen ihm dick angeschwollen  fast vom Gesicht heraus, das Gesicht selbst war blutig und blau geschlagen. So sahen auch seine Hände und sein Rücken aus. Infolge von Eiterungen ist ihm die ganze Kopfdecke zweimal nacheinander fast vollkommen heruntergefault. Am 26. Dezember kam in der Nacht um 10 Uhr Befehl - Befehle wurden in dieser Zeit immer in der Nacht verkündet -,daß alle Frauen von 18 bis 35 und alle Männer bis zu 45 Jahren binnen zweier Stunden im Gemeindehaus versammelt sein müssen.

Sie wurden dann nach Rußland verschleppt. Damals sind nur mehr alte Leute und Kinder im Dorf geblieben. Viele und oft auch ganz kleine Kinder blieben ganz allein.
Manches kleine Kind hatte nicht einmal eine Großmutter mehr, die sich seiner angenommen hätte. Die Männer, die nicht nach Rußland verschleppt wurden, weil sie schon zu alt waren, wurden in die Lager getrieben. Ganz unglaublich bestialisch haben sich die Partisanen unter Leitung ihres politischen Kommissars hier zu Beginn des Jahres 1945 gezeigt. Lange nachdem der Krieg in dieser Gegend schon beendet war, ist eines Tages aus dem Konzentrationslager in Cernje eine Gruppe von ältern und kränklicheren deutschen Männern, von welchen man sich bei den Zwangsarbeiten nicht mehr viel Nutzen versprechen konnte, nach Kathreinfeld geschickt worden.
Sie waren,noch nicht so herabgekommen wie die, die üblicherweise nach Kathreinfeld gebracht wurden. Sie konnten noch auf dem Wagen sitzen und sich aufrecht halten. Der Militärkommandant von Kathreinfeld war von dem Eintreffen dieser Leute schon vorher verständigt gewesen. Kaum war diese Menschensendung eingetroffen, verfügte er auch schon, daß diese Leute nicht in das Konzentrationslager zu den anderen Deutschen kommen dürfen. Er ließ sie in den Räumen des einstigen Schulgebäudes einsperren. Sogleich wurde es im Lager klar, daß man mit diesen Leuten etwas Besonderes vorhabe und besondere Experimente mit ihnen anstellen wolle. Es begab sich auch gleich eine Gruppe von Partisanen in das Gebäude, in dem die ahnungslosen Menschen auf ihr Schicksal warteten. Der politische Komnissar der Partisanen lief schnell noch um eine Ziehharmonika. Als er damit zurück war, begaben sie sich alle in die Räumlichkeiten, in welchen die deutschen Männer eingesperrt waren. Der politische Kommissar begann auf der Harmonika zu spielen, seine Partisanen die Männer zu schlagen, als handle es sich um eine Schulung im Umbringen von Menschen.Die Männer jammerten fürchterlich und je mehr sie schrien, desto lauter spielte der Kommissar auf der Harmonika, damit man das Wehklagen diesser Deutschen nicht höre. Der politische Kommissar wollte seinen Partisanenkameraden damit die Möglichkeit geben, sich einmal gründlich auszutoben und ihren Blutdurst an lebendigen deutschen Menschen zu stillen. Es wurden Experimente gemacht, wie man Menschen ohne Schuß und Messer umbringen Könne. Die einzelnen deutschen Männer wurden der Reihe nach auf den Fußboden geworfen, so daß der Bauch und das Gesicht am Boden, der Rücken aber nach oben war. Dann nahmen die Partisanen ihre Gewehre und stießen mit den Gewehrkolben den armen deutschen Männern in den Rücken in die Gegend der Nieren um diese zu verletzen. Die Bewußtlosen faßten sie dann an Kopf und Füßen, warfen sie in die Höhe und ließen sie auf den Boden niederfallen. Dann sprangen sie wieder mit den Füßen, auf ihnen herum. Sie schafften zu diesem Zwecke Tische herbei, stiegen darauf und sprangen in ihren schweren Stiefeln der Reihe nach mit aller Wucht auf die mit dem Rücken auf dem Boden liegenden deutschen Männer und brachen ihnen die Rippen. Einigen Männern drehten sie auch die Geschlechtsteile bei lebendem Leibe ab . Diese Folterungen dauerten mehrere Stunden. Einigen von Ihnen, die dann noch immer Zeichen des Lebens von sich gaben, schlugen sie mit Gewehrkolben und Stöcken noch die Schädel ein. Fortwährend aber spielte der Kommissar auf der Ziehharmonika und eiferte seine Leute an. Als keiner der deutschen Männer mehr zu leben schien und die Partisanen schon müde waren, zogen sie ab. Die deutschen Männer aber ließen sie im Schulhaus liegen. Alle bis auf Schirado Nikolaus waren tot, er war nur bewußtlos. Er hatte gebrochene Rippen, einen zerschlagenen Kopf und schwere innere Verletzungen. Gegen Abend erlangte er das Bewußtsein wieder, und als dann von den Partisanen Männer dem Konzentrationslager dorthin gebracht wurden, die Leichen fortzuschaffen, konnte er als einziger Überlebender heimlich in Sicherheit gebracht werden. Schirado war ein bewegungsloser Fleisch-
und Knochenbatzen geworden. Mehrere Rippen waren ihm gebrochen und der ganze Körper voll schmutziger und blutiger Wunden. In derselben Nacht noch haben die Partisanen in den Häusern Frauen geschlagen. Ebenso Georg Bisching, dem sie auch die Geschlechtsteile herausgerissen haben. Er hatte gerade noch so viel Kraft, um sich auf den Dachboden zu schleppen. Dort hat er sich erhängt, um seinem Leiden ein Ende zu machen. Seine Frau haben sie mit Geißel und Gummiknüppel auch so hart geschlagen, daß sie sich nicht mehr regen konnte. Später sind von den Hieben handgroße Fleischstücke an ihrem Körper gefault und heruntergefallen. Eine andere Frau hat auf das Schreien im Nachbarhaus das Fenster geöffnet und wollte auf die Gasse schauen. Das wurde bemerkt und sie darauf so geschloagen, daß sie ebenfalls keines ihrer Glieder mehr bewegen konnte. Im Nachbarhause aber lag der Mann im Sterben. Auch ihn hatten sie furchtbar gefoltert und ihm die Geschlechtsteile zertrampelt. Er war bewußtlos und starb nach drei Tagen.

Auf ähnliche Art sind unter Leitung eines politischen Kommissars nach Kathreinfeld noch viel andere Deutsche qualvoll umgebracht worden. Die am häufigsten angewandte Foltermethode der Partisanen war hier immer das Verletzen der Nieren durch Stöße mit Gewehrkolben, das Brechen der Rippen durch Sprünge auf den Bauch der zu Boden geworfenen Opfer und schließlich bei den Männern insbesondere auch das Abdrehen der Geschlechtsteile bei lebendem Leibe. Auf diese grausame Art ist insbesonders auch der langjährige frühere deutsche Bürgermeister von Kathreinfeld Josef Topka liquidiert worden.

Auch die dortigen angesehenen Landwirte Stefan Baierle und Nikolaus Gottschal sind auf ähnliche Weise umgebracht worden, desgleichen Josef Rindschenk, Johann Galle, Leorg Lischink, Peter Potje, Josef Schiro, Peter Blum und Adam Leikof. Auch der Amerikaner aus St. Louis, Franz Urso, der erst kurz vor dem Kriege aus Amerika zum Besuch in seine Geburtsgemeinde Kathreinfeld  gekommen war, ist auf gleiche Art von den Partisanen zu Tode gefoltert worden.

Aber auch deutsche Frauen wurden in diesem Lager umgebracht. Auch diese hat man auf die Art getötet, daß man ihnen auf den Bauch sprang, die Rippen brach und von rückwärts mit Gewehrkolben die Nieren verletzte. Insbesonders grausam ist so Magdalena Lisching zu Tode gefoltert worden. Die Lehrerin Anna Dinjer wurde in das Nachbardorf Ernsthausen verschleppt und dort mit vier anderen Frauen und mit 34 deutschen Männern in ein und derselben Nacht von Partisanen während einer Partisanenunterhaltung in dem Gasthaus des Georg Schlitter mit Holzhacken und mit Messern abgeschlachtet.

Viele Deutsche wie Matthias Bartl, Franz Bartl, Jakob Filips, Imre Wagner und Dominik Lenhard sind von Partisanen aus dem Lager Kathreinfeld in unbekannter Richtung fortgeschleppt worden und spurlos verschwunden. Zweifellos haben auch diese, ähnlich wie die andern, auf qualvolle Art ihr Leben lassen müssen. Die Kathreiner Bevölkerung wurde am 18. April 1945 in das Lager getrieben. Wohl waren bis zu diesem Zeitpunkt schon fast volle sechs Monate die alten Leute, die Kinder, die Kranken und Arbeitsunfähigen aus den anderen Lagern nach Kathreinfeld gebracht worden, aber die Kathreinfelder befanden sich meist noch in ihren Häusern. Die Auswärtigen waren bei ihnen untergebracht und mußten auch von ihnen unterhalten werden. Am 18. April trommelte es in der Früh um sechs Uhr, daß sich alle sofort auf dem Kirchenhof einzufinden hätten. Am Nachmittag wurden dann alle in das Schulgebäude gebracht. Die Bänke wurden entfernt und die Schulräume waren fortan ihre Unterkunft. In die einzelnen Klassenzimmer wurden bis zu 150 Personen hineingestopft, die dort in der Nacht weder liegen noch sonstwie ruhen konnten. Die Kinder brachen immer wieder in Weinkrämpfe aus, so daß man auch schon deswegen nicht hätte schlafen können. Von da an gab es für alle nur noch Lagerverpflegung. Sie wurde an Kesseln gefaßt und Eßgeschirr gab es nur wenig. Die Späteren mußten immer darauf warten, bis die ersen ihre Suppe gegesssen hatten. Was anderes gab es nicht. Die Häuser wurden ausgeräumt und alles in einigen zusammengetragen und aufeinandergestapelt. Als ein Teil der Häuser leer war, wurden alle wieder in diese eingewiesen. Auch jetzt wurde jedes Zimmer mit mehreren Personen belegt und die ganze Einrichtung bestand aus Stroh, das auf dem Fußboden an Stelle von etten ausgestreut war. Alles, was noch irgendwie arbeiten konnte, wurde zu den verschiedensten Arbeiten eingeteilt und viele auch in andere Orte verbracht. Mütter, die hie und da noch mit ihren Kindern waren und auch manche jüngere Großmutter schon elternlos gewordener Kinder wurde von den Kindern weggerissen, die Kinder selbst ihrem Schicksal überlassen. Nach einiger Zeit wurden dann Familien aus Serbien nach Kathreinfeld gebracht, die in die übrigen Häuser des Dorfes angesiedelt wurden und auch alle die Sachen bekamen, die aus den Häusern weggeführt und gesammelt worden waren.

Am 30. Oktober 1945 wurden dann wieder alle Alten, Kranken, Kinder und Arbeitsunfähigen am Abend spät in das Schulgebäude getrieben, am nächsten Morgen an die Bahnstation geführt und in Waggons eingeteilt. Am Nachmittag setzte sich der Transport in Bewegung, ohne daß jemand gewußt hätte wohin diese Reise geht. Noch an demselben Abend blieb der Transport in Rudolfsgnad (Knicanin) stehen. Hier mußten alle ausseigen und wurden dann in die Häuser des Ortes einquartiert. Zu früheren Zeiten lebten hier etwa 3000 Menschen. Die Häuser standen jetzt schon ein ganzes Jahr leer und waren entsprechend verwahrlost. In den Höfen standen Grasbäume, die manchmal so hoch wie die Häuser selbst waren.
Die Häuser selbst waren leer. Täglich kamen immer wieder neue solche Transporte an, bis zuletzt 24000 Menschen beisammen waren. Die Häuser wurden so stark belegt, als auf dem Fußboden zum Schlafen Platz hatten. Mehr als Stroh gab es auch hier nicht. Von den Fremden, die als Kranke oder Arbeitsunfähige nach Kathreinfeld gebracht worden waren, sind bis zum Tage der Verlegung des Lagers nach Rudolfsgnad 770 in Kathreinfeld auch gestorben.